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Milch Manager 7. KOESLING ANDERSON - Milchviehtag:

Geschrieben von: JWM am 19.03.2005
Milch Manager

Der Durchschnitt der Betriebe erzielt keinen Gewinn

Jan Wilhelm Meyer-Struthoff, KOESLING ANDERSON LEBG mbH Dahlenwarsleben

Traditionell führte die KOESLING ANDERSON LEBG mbH am 9. und 10. März ihren Milchvieh-tag in Magdeburg und Broderstorf durch. Über 150 Teilnehmer verfolgten die MILCH MANAGER - Jahresauswertung.

Insgesamt konnten die Ergebnisse der Milchviehbetriebe gegenüber dem Vorjahr um
rund 2 Ct/kg verbessert werden. Der Durchschnitt der Auswertungsbetriebe erzielte jedoch keinen zufrieden stellenden Gewinn. Zwar wurde 2004 erstmalig eine Milchprämie in Höhe von 1,17 Ct/kg ausgezahlt. Dieser stand ein erneuter Rückgang beim Milchpreis entgegen.
In einigen variablen Kostenpositionen konnten von den Betrieben Einsparungen realisiert wer-den. Erhöhte Fatkorpreise für z.B. Energie und Diesel hoben diese betrieblichen Anstren-gungen zum Teil wieder auf. Die Festkosten lagen im Durchschnitt der Betriebe mit 6,5 Ct/kg leicht unter dem Vorjahr.

Eine Auswertung zur Entwicklung der langjährigen Milchviehspezialberatungsbetriebe zeigte das Einsparpotenzial bei den Produktionskosten. Zwar gingen die Erlöse in diesen Betrieben im Zeitraum von durchschnittlich 3,4 Jahren um 1,7 Ct/kg zurück. Gleichzeitig konnten aber variable Kosten in Höhe von 6,1 Ct/kg und Festkosten von 0,9 Ct/kg eingespart werden. Ins-besondere eine Reduzierung bei Personalaufwand und Kraftfutterkosten waren für diese positive Entwicklung verantwortlich. Im Rahmen der Beratung wurde aber auch eine beacht-liche Senkung der Abgangsrate realisiert. Während im Durchschnitt dieser Betriebe die Rate von 35,8 % auf 28,8 % gemindert werden konnte zeigen bereits einzelne Herden, dass Ab-gangsraten von 20 % möglich sind.

Welche Prioritäten die Milcherzeuger bei der Optimierung ihrer Kosten setzen sollten, hat Herr Dr. Heidemann in seinem Beitrag eindringlich geschildert. Von den großen Sünden, wie Überversorgung mit Nährstoffen in der Spätlaktation bis hin zur Verbesserung der Arbeitsor-ganisation hat Herr Dr. Heidemann 35 Einzelmaßnahmen in eine Rangfolge bezüglich ihrer Wirkung auf das Ergebnis gestellt. Hierbei wurde deutlich, dass noch vor allen Maßnahmen zur Verbesserung des Kuhkomforts und zur Steigerung der Milchleistung die Bestandsauf-stockung bei noch ungenutzten bzw. günstig herzustellenden Stallplätzen den größten Effekt zur Verbesserung der Rentabilität besitzen kann.

Dem brandheißen Thema der "Paratuberkulose" hat sich Herr Dr. Matzke aus Fürstenwalde gewidmet. Der Vortrag hat noch einmal die seuchenhygienische Herausforderung bei der Bekämpfung der Paratuberkulose herausgestellt und den Praktikern wertvolle Informationen bezüglich Analyseverfahren und Erkennung der Paratuberkulose geliefert. Da mittlerweile davon ausgegangen werden muss, dass bundesweit ein großer Anteil der rinderhaltenden Betriebe betroffen ist, müssen für die Zukunft praxistaugliche Bekämpfungsstrategien erstellt werden. Diese sollten sowohl den Tierhandel als auch betriebliche Maßnahmen bezüglich Hygiene im Abkalbe- und Kälberbereich und Kollostrumversorgung mit einbeziehen.

Wie Rinderhalter gezielt über das von KOESLING ANDERSON administrierte Internetportal www.rind24.com abrufen können stellte Herr Meyer-Struthoff vor. Man findet auf dieser In-ternetseite neben vielen aktuellen Meldungen und Fachbeiträgen auch Preisnotierungen für Milch, Fleisch und Futtermittel. Des weiteren können KOESLING ANDERSON - MILCH MANAGER - Betriebe Betriebsauswertungen dort exklusiv abrufen.

Über die ökonomischen Auswirkungen der Agrarreform auf den Markt- und Futterbau berich-tete Herr Meyer-Struthoff im letzten Vortrag der Veranstaltung. Die Entkoppelung der Prä-mienzahlung schafft neu Möglichkeiten für den Feldfutterbau. Dabei sollten die Betriebe die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Früchte neu kalkulieren. Auswertungen des KOESLING ANDERSON FELDBAU MANAGER zeigen z.B., dass bei einer Vollkostenbetrachtung in Futter-baubetrieben 70 % der Grasssilageproduktion defizitär ist. Vor allem sind die Trockensub-stanzerträge zu gering. Durch eine strukturierte Grassilageproduktion kann auf den meisten Standorten der Futterbau zum Erfolg geführt werden kann.

Auch in diesem Jahr werden die Einzelbeträge des Milchviehtages in einem Tagungsband zusammengefasst. Für Mitgliedsbetriebe kann dieser zeitnah unter www.rind24.com abgeru-fen werden.
 

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